
Foto: Sophie Baker
Er hat uns die Queen näher gebracht, versorgt uns alle fünf Jahre mit einem imposanten Kostümfilm, lässt Dustin Hoffman zum ungeliebten Helden werden und erklärt uns die Tücken der Liebe anhand einer autobiographisch geordneten Schallplattensammlung. Oh ja, Stephen Frears kann eigentlich alles. Deshalb verwundert es auch kaum, wie facettenreich die Arbeit des britischen Regisseurs ist. Wir wollen ein wenig Ordnung in diese Vielfalt bringen und stellen den Mann vor, den das Filmfest München dieses Jahr mit einer Retrospektive ehrt.
Wenn man die Liste der Filme, die der 67-jährige Regisseur gedreht hat, durchstöbert, bleiben die Augen meist an einem Film hängen: “The Queen”. Mit seiner Hommage an die britische Königin – und nur an sie allein – erreichte Frears eine neue Ebene in seiner Arbeit und seinem Bekanntheitsgrad. Obwohl er seit Jahrzehnten mit den besten Schauspielern Hollywoods drehte, war es die Queen (fantastisch gespielt von Helen Mirren), die Frears der ganz breiten Masse näher gebracht hat.
Doch Frears ist mehr: In den 70er Jahren war der studierte Jurist vor allem für das Fernsehen tätig, bis ihm schließlich Mitte der 80er Jahre mit Filmen wie “Mein wunderbarer Waschsalon” (1985) oder “Sammy und Rosie tun es” (1987) der Durchbruch gelang. Filme über Aussenseiter in Aussenbezirken Londons.
Nun konnte Frears mit den ganz Großen Hollywoods drehen: es folgten die Literaturverfilmung “Gefährliche Liebschaften” mit Michelle Pfeiffer, Glenn Close und John Malkovich, der von Martin Scorsese produzierte Thriller “Grifters” mit Anjelica Huston und Annette Bening oder die gelungene Komödie “Ein ganz normaler Held” mit Dustin Hoffman und Geena Davis.
Doch trotz hervorragendem Ensemble war der Erfolg dieser Filme überschaubar und bald darauf wurde es etwas ruhiger um Frears. Doch als es an die Verfilmung von Nick Hornbys Buch “High Fidelity” ging, war es mit der Ruhe vorbei. Frears gelang ein Film voller Energie und Emotionen, ein Film, so bewegend wie seine Themen: Musik und Liebe. Die Zuschauer begleiten in “High Fidelity” (2000) den Plattenladenbesitzer Rob (John Cusack), wenn er dieTop 5 – Liste seiner Trennungen rekapituliert. Dazu hält der Film natürlich die entsprechende Musik bereit, die meist mehr aussagt, als jedes Wort.
Während Frears mit “Mrs Henderson präsentiert” (2005) einen weiteren soliden Film abliefert, schlägt seine Hommage an die britische Königin im Jahr 2006 wie eine Bombe an den Kinokassen ein. Wen wundert es, denn dieser Film berührt, rüttelt auf und erfasst die Person Königin Elisabeth (Helen Mirren) in einem ungeahnten Licht und in der Zeit kurz nach dem tragischen Tod von Prinzessin Diana. Eine Art filmische Verbeugung Frears´ vor der Queen, deren Zwiespalt er hervorragend auf die Leinwand bringt und gleichzeitig Tony Blair (Michael Sheen) und Prince Philip (James Cromwell) gekonnt abwatscht.
2007 wurde Frears sogar Jury-Vorsitzender beim Filmfestival in Cannes. An Ehrungen und Preisen mangelt es Frears wahrlich nicht. Aber eine Retrospektive ist schon etwas Besonderes. So, wie seine Filme es sind. In diesem Sinne, Mister Frears: Herzlichen Glückwunsch.

Ich schließe mich dem an, ein großartiger Regisseur, der eine Würdigung verdient hat. Freue mich schon seine Filme auf der großen Leinwand zu sehen!
Hallo!
Ich lese zwar von oben nach unten, also nicht chronologisch, trotzdem ist es mal angenehm einen guten Artikel über das Thema dieser Seite zu lesen.
Danke.